Ratgeber: Windows-Tuning

Defrag-Probleme vermeiden

Windows Vista hat beim Defragmentieren ein Problem: Sind die sogenannten Schattenkopien aktiv, kann das nicht nur die Defragmentierung verlangsamen; es kann auch zu Datenverlusten kommen.

Schattenkopien sind eigentlich eine ziemlich feine Sache, denn mit ihrer Hilfe und etwas Glück lassen sich bereits verloren geglaubte Dateien bequem retten (z.b. überschriebene Word-Dateien, Treiber, etc.). Unter Vista Business, Enterprise und Ultimate überwacht ein entsprechender Dienst alle Dateiänderungen und sichert ggf. den alten Versionsstand in einem speziellen Verzeichnis (nähere Infos beispielsweise hier).

 

Die Schattenkopie eines INI-Files, der sich bereits geändert hat und den man jederzeit wiederherstellen könnte.

Dieses an sich sehr praktische Feature kann aber bei der Defragmentierung zu Problemen führen. Der Grund: Beim Defragmentieren werden Dateien verschoben, was Vista fälschlicherweise für eine Löschaktion hält und deshalb für jede verschobene Datei eine komplette Schattenkopie anlegt. Da aber bei einer Defragmentierung meist sehr viele Dateien verschoben werden, fallen dementsprechend viele Schattenkopien an. Das macht das Ganze nicht nur langsam, es kann im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass der Speicherplatz knapp wird. Vista beginnt dann, alte Schattenkopien und damit evtl. auch alte Wiederherstellungspunkte zu löschen (siehe z.B. die Hilfedatei von O&O Defrag Professional oder auch hier). Wer sich auf sie verlassen hat, könnte dann im Ernstfall eine böse Überraschung erleben.

 

 

Die Lösung ist (scheinbar) einfach: Deaktivieren Sie vor einer Defragmentierung einfach den entsprechenden Dienst: Klicken Sie auf Start > Systemsteuerung > Verwaltung > Dienste und setzen Sie den Dienst Microsoft-Softwareschattenkopie-Anbieter bis nach der Defragmentierung auf Deaktiviert.

 

Bei einer einmaligen Defragmentierung ist das Risiko sicherlich vertretbar. Programme wie O&O Defrag und auch das eingebaute Windows Defrag spielen ihre Stärke aber vor allem bei der automatischen Defragmentierung im Hintergrund aus. Um das oben beschriebene Risko auszuschließen, müsste man deshalb den Schattenkopie-Dienst dauerhaft beenden — was sicher keine gute Idee ist, da man dann die eigentlich sinnvolle Backup-Funktionalität des Systems verlieren würde. O&O Defrag empfielt deshalb, diesen Dienst nicht zu beenden, prüft aber trotzdem, ob er beim Programmstart aktiv ist und warnt mit einem entsprechenden Symbol. Die Entscheidung liegt dann bei Ihnen.

 

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